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Erfahrungsbricht Frau Barbara Täter

Erfahrungsbericht über den Butterfly Sattel von Barbara Täter

Im Vorspann möchte ich ein herzliches Dankeschön und Anerkennung an den Mann aussprechen, der diesen Sattel ins Leben und auf den Weg gebracht hat.

Zu meiner Vita. Ich bin Physiotherapeutin für den Humanbereich, staatlich geprüft und in vollem Einsatz seit mehr als 18 Jahren. Vor einigen Jahren habe ich die Ausbildung zur Physiotherapeutin für Pferde gemacht, organisiert und ins Leben gerufen über unseren Berufsverband. Hier werden nur bereits tätige und fertig ausgebildete Humanphysiotherapeuten zugelassen. In Münster wurde mir nach erfolgreich abgelegter Prüfung die Anerkennung FN erteilt. Selbst bin ich aktiv im Sattel, Unterricht, Therapie mit Hilfe des Pferdes und Therapie für das Pferd, Therapie am und für den Menschen.

Ich reite täglich zwei Pferde die unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide Pferde kenne ich sehr gut, so auch unsere Problemzonen. Einen Schimmel mit dem Stockmaß 165 cm. Der Schimmel war deutlich takt­unrein  und entwickelte seltsame Beulen rechts und links der Wirbelsäule unterhalb der Rippenansätze. Er wollte überhaupt nicht ans Gebiss herantreten, geschweige sich fallen lassen. Er hatte auch etwas dagegen den Reiter an sich heranzulassen. Desweiteren  war er in einer extremen Schiefe und „Verdrehung“, besonders spürbar auf der linken Hand.

Einen Dunkelfuchs mit dem Stockmaß von 179 cm. Er zeigt Schwierigkeiten auf der rechten Hand in den Wendungen, er konnte mit der Hinterhand nicht wirklich unter den Rücken treten, er war mehr als klemmig, auch er ließ sich nicht fallen, zu starkes reiterliches Treiben quittierte er mit völliger Verweigerung Von einem Profiberitt  musste er herausgenommen werden da er „sauer“ wurde und  mit extremen Kotwasser reagierte.

Das heißt bei beiden Pferden waren die Grundlagen: Takt- Losgelassenheit –Anlehnung…  so gut wie nicht vorhanden.

Über Herrn Ansorge, Sattlermeister aus München, kam ich zum Sattel Butterfly, zunächst erst mal für den Schimmel. Der Sattel erwies sich bereits beim Probereiten als höchst spannend, weil der Schimmel nach wenigen Minuten  beschlossen hat, sich fallen zu lassen. Ich als Reiter hatte plötzlich meine Schenkel da wo sie hingehören, sie blieben auch im leichten Sitz an der richtigen Stelle. Ich arbeitete den Schimmel mit diesem Sattel und es wurde zum Vergnügen. Ich hatte keine Rückenschmerzen mehr, auch keine Probleme mehr in der Hüfte und konnte mich endlich als Reiter im Sattel so bewegen und bewegen lassen, wie es notwendig ist.

Der Schimmel hörte augenblicklich auf, mit den Zähnen zu knirschen und ließ mich an sich und an seine Problemstellen heran. Der Schimmel kann den spanischen Schritt – eine Übung die ich gerne beibringe und mit der ich gerne arbeite, da sie die Schultern befreit. Mit dem Butterfly ist der Schimmel in der Lage, den Oberarm gut in der Waagrechten zu halten, ohne das es ihm Probleme bereitet oder ich aus dem Sattel stark einwirken müsste. Die Beulen auf dem Rücken werden immer weniger. Die Schiefe deutlich weniger. Der Schimmel fängt an zu schwingen, zieht an und in die Hand, hat Spaß an seiner Arbeit und keinen unruhigen Darm mehr, der mich 4 bis 5 mal pro Reiteinheit misten ließ!

Ich hatte die Unterlagen „studiert“, nahezu jedem Pferd – unabhängig von seiner Rasse und seinem Körperbau in jeder Bewegung und immer“ soll der Butterfly passen. Dann mal in den Test, da steht doch der Dunkelfuchs. Zu Beginn war der Fuchs unsicher, das hat sich mit jeder Schrittrunde mehr und mehr gegeben. Für mich war es spannend zu erleben, wie die Unsicherheit gewichen ist und er immer mehr aus sich herauskam, erst im Schritt 3 Hufe über der Spur !, nach den ersten zaghaften Trabtritten  immer besser, auch im Galopp nicht mehr jeden Sprung erbetteln, sondern das Pferd galoppiert und ich begleite es formend und regulierend. Ich bin nach dieser Teststunde abgestiegen und hätte vor Freude weinen können. Wer weiß, wie unglaublich schön sich ein losgelassenes, zufriedenes und in der Bewegung schwingendes Pferd anfühlt, will nie mehr ein anderes Gefühl haben Die Probleme, die der Fuchs hatte, werden von Tag zu Tag besser.

Natürlich muss man der Muskulatur eine Zeitspanne einräumen, die sie braucht, sich zu verändern. In der Regel hat man nach drei Monaten bereits einen deutlich sicht- und fühlbaren Unterschied.

Resume: Der Butterfly lässt dem Pferd die Freiheit, speziell die Schulterfreiheit, die es braucht, um zum losgelassenen Schwingen zu kommen. Der Bereich Schulter ist ein Schlüsselpunkt. Beide Vordergliedmaßen sind nur über Muskelschlingen mit dem Rumpf des Pferdes verbunden. Jede Verspannung, jeder falsche Druck in und auf diesen Muskeln stört ein fein aufeinander abgestimmtes System und zwingt in Ausweichbewegungen, Kompensationen Bewegungsverweigerung. Die unter dem Sattel liegende Brustwirbelsäule muss bei der Vorwärtsbewegung des Pferdes sowohl eine auf und ab, als auch eine Drehbewegung durchführen können. Wer kann diese Bewegungsausschläge bei seinem Pferd mit welcher Methode messen?? Ist nicht machbar! Liegen z.B. die Ortspitzen eines herkömmlichen Sattels nur ein paar Millimeter ungünstig,  drücken sie auf die Schulterblattmuskulatur, auf den Bereich des Schulterblattknorpels und  verhindern die Fähigkeit eines Pferdes, losgelassen zu gehen, geschweige denn Wendungen oder gar Seitengänge über den Rücken und durch den Körper in die Hand gehen zu können… Was muss ein Pferd können, damit die Hinterhand weit untertreten kann, es muss den Rücken öffnen können  und eben im Bereich der Brustwirbelsäule, dann fühlt der Reiter den Widerrist ihm entgegenkommen. Wenn aber hier der Sattel kneift, kann das Pferd das nicht können. Da hilft  kein Sporenstich und kein Gertenschlag. Es hilft Denken. Ich könnte hier viele biomechanische und anatomische Gesetzmäßigkeiten aufführen. Die Muskulatur ist das größte Organsystem des Körpers. Muskulatur kann nur arbeiten, wenn sie in sich elastisch ist und sie arbeitet am effektivsten in exzentrischer Arbeit. Das heißt, sie muss sich verlängern können, um sich zusammenziehen zu können. Vorsicht, das falschverstandene Dehnen ist falsch  !!!!!!! und damit auf keinen Fall gemeint. Jeder Druck, Schmerz oder unelastisch in der Muskelfaser blockiert bereits die gesamte Muskelkette und die Gelenke.

Gehen Sie bitte mit einem Wanderrucksack 6 kg  auf dem Rücken eine größere Wanderung in Gehen und im Laufen und über kleine Äste springend .Nehmen Sie einen Rucksack, der Sie an den Schultern drückt. Notieren Sie ihre Eindrücke und halten Sie fest, ob Sie am nächsten Tag einen Termin beim Orthopäden oder bei der Physiotherapeutin oder bei beiden ausmachen.

Butterfly und der Reiter: Ein Sattel, in den man sich setzt und die Fähigkeit hat, im geforderten „Drei Punkte Sitz“ (beide Sitzbeinknochen und Bereich Schambein) zu sitzen. Ein Sattel, der die Beine da ankommen lässt, wo sie hingehören, ohne dass ich als Reiter einen Großteil meiner Energie darauf verschwenden muss die Beine dort zu halten. Ein Sattel, der mich als Reiter auch reiten lässt. Der Reiter braucht die Freiheit der Hüfte, um in seiner Wirbelsäule schwingen zu können,  um das Becken adäquat einsetzen zu können, um die Schenkel so zu platzieren, dass sie eine Hilfe für das Pferd sind. Butterfly ist ein Sattel, der mir viel von meinem Pferd mitteilt. Ich habe tatsächlich das Gefühl bekommen, am Pferd zu sitzen und eine Bewegung zu werden.

Ein Sattel, der dem Pferd und dem Reiter die Freiheit gibt, Bewegungen machen zu können, ein Sattel, der meinen Pferden und mir viel Freude macht.

 

Ein Sattel, von dem ich sagen kann: Sitzen Sie noch oder reiten Sie schon?

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Barbara Täter, Hannover und der dt-Saddlery, Weyarn